Die große Still-Diskussion: Warum Adele meine ‚Mama des Jahres‘ ist.

„You can go f**k yourself, alright? Because it’s hard. Some of us can’t do it. (…)“

Es war ihre Antwort. Auf die Aussage, alle Mütter müssen ihre Kinder stillen.

Wie die australische Seite ‚Mamamia‘ berichtet, machte Sängerin Adele ihren Standpunkt  während einer „Q&A-Session“ in London zu diesem sehr sensiblen Thema deutlich.

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Und wisst ihr was? Sie hat recht!

Ich spreche aus Erfahrung. Auch ich hatte Probleme mit dem Stillen. Und ich habe mir furchtbare Vorwürfe gemacht. „Das gehört sich so. Das muss klappen. Mein Kind braucht diese Muttermilch.“

Ja, auch ich weiß, sie ist das Beste für ein Baby. Ja, auch ich hätte mir gewünscht, es hätte einfach funktioniert. Und glaubt nicht, ich hätte nicht wirklich alles versucht. Stundenlang saß ich mit der Milchpumpe auf dem Sofa. Tränenüberströmt, weil einfach nicht genug kam, um mein Kind satt zu kriegen. Ich habe mich eine ganze Weile durchgebissen. Schlimme Schmerzen und Entzündungen inklusive. Bis es einfach nicht mehr ging.

Den Druck bei der ganzen Sache habe aber nicht nur ich selbst mir gemacht. Hier der Satz, den ich so ziemlich überall gehört habe. In der Apotheke, der Hebammenpraxis, beim Kinderarzt, bei meiner Gynäkologin, selbst von irgendwelchen unbekannten Idioten: „Sie stillen sicherlich!“ – Ausrufezeichen. Nein, ich stille nicht mehr. Und das hat auch seine Gründe.

Es ist nur ein kleiner Satz, über den sich viele gar nicht erst aufregen würden. Aber wenn man solchen Situationen als frischgebackene Mama fast täglich ausgesetzt wird und ohnehin schon mit dem Problem zu kämpfen hat, ist das ziemlich belastend.

Was bitte läuft in unserer Gesellschaft denn überhaupt so schief?! Einerseits werden Mütter niedergemacht, wenn sie ihr Kind in der Öffentlichkeit stillen möchten. Auf der anderen Seite ist man eine Rabenmutter, wenn das Baby die Flasche kriegt.

Ich habe eigentlich ein gesundes Selbstbewusstsein. Trotzdem überkam mich oft ein Gefühl von Scham, wenn ich Leni mit der Flasche gefüttert habe. Ich habe mich gerechtfertigt. Jedes Mal. Heute frage ich mich echt, wieso überhaupt?

Keiner hat das Recht, eine Mutter für ihre Entscheidung, nicht zu stillen, zu verurteilen. Vielleicht kann sie es einfach nicht. Vielleicht will sie es auch einfach nicht. Vielleicht hat sie andere Gründe, es nicht zu tun. Fakt ist: Es geht niemanden etwas an.

Und wer sich doch daran stört, sollte sich mal die weisen Worte von Adele anhören. Einer Frau, die den Mut hat zu sagen „You can go f**k yourself!“.

 

Dieser Artikel erschien auch bei Brigitte MOM und der „Huffington Post“.

 

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10 Gedanken zu “Die große Still-Diskussion: Warum Adele meine ‚Mama des Jahres‘ ist.

  1. Ja, ist doch Scheiße diese ganze Stilldiskussion. Bei meiner ersten hat das Stillen problemlos geklappt. Bei der zweiten hatte ich so dermaßen Schmerzen, dass ich nur geheult habe. Ich habe mich so gequält. Wofür?
    Und wenn dann noch jemand kam und meinte, dass das doch alles ganz easy ist, hätte ich schreien können.
    Also ja, Adele hat recht. Go and f**** yourself.

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  2. Finde den Beitrag gut und bin auch der Meinung das sich eine Mutter für die Entscheidung die sie für sich und ihr baby trifft nicht rechtfertigen soll/muss/braucht! Allerdings finde ich auch das die Aussage „ich kann/konnte nicht stillen“ heutzutage auch einfach aus Bequemlichkeit getroffen wird und das finde ich einfach schade. Auch das viele frische Muttis oft direkt im KH so verunsichert werden und vor allem am Anfang wenig oder schlechte Unterstützung zu dem Thema Stillen erhalten finde ich schade. Lieber wird dann das Geld und die Kraft für erstmal unnützes geopfert. Stillen ist schließlich mehr als nur Nahrung.

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    1. Weißt du eigentlich, wie verletzend es ist, wenn man zu hören bekommt, man hätte aus Bequemlichkeit nicht gestillt?! Und benutzt „ich konnte nicht als Ausrede“?! Sei froh, dankbar und glücklich, dass es bei dir geklappt hat. Aber überlege dir sehr gut, was du Nicht-Stillenden-Müttern pauschal unterstellst. Worte können sehr verletzend sein und du kennst oftmals die Geschichte hinter „ich konnte nicht“ nicht!

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      1. Liebe Florentine,
        ich unterstelle niemandem pauschal etwas und ich bin auch keine person die Nicht-Stillende Muttis, aus welchem Grund auch immer, als schlechter ansieht. Wie ich im ersten satz geschrieben habe: Keine Mutti braucht/soll/ muss sich für ihre Entscheidung rechtfertigen! Ich laufe auch nicht durch die Gegend und urteile über Frauen egal ob sie stillen oder nicht stillen und schon gar nicht wenn ich die Geschichte dahinter nicht kenne!!! Du hast aber recht, ich hätte mich in dem Kommentar mehr auf mein Umfeld beziehen sollen, denn hier kenn ich die Geschichten hinter dem „nicht können“ und diese sind, bis auf eine, mehr Bequemlichkeit als ein Tatsächliches „nicht können“!

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