Und plötzlich zieht ein Baby ein: Wie reagieren die Hunde?

Emily: Sie ist anfangs unser kleines „Sorgenkind“. Mit sechs Monaten kommt sie zu uns, hatte zuvor noch nie eine Leine um den Hals und kennt den Trubel in der Stadt nicht. Sie hat vor allem Angst und es dauert locker 1 1/2 Jahre bis wir unsere gemeinsame Mitte finden. Viel Arbeit und noch mehr Tränen inklusive.

Wenn der eigene Hund anders tickt als erwartet …

Das Gassigehen ist der reinste Albtraum, denn die Leine ist ständig auf Zug. Leckereien interessieren sie draußen nicht im Geringsten, was das Training enorm erschwert. Freilauf? Unmöglich, besonders in der Stadt!

Emily erschrickt sogar vor ihrem eigenen Pups. Mehrmals fällt vor ihrer Nase ein Blatt (kein Betonklotz!) vom Baum und sie huscht vor Schreck zwischen meine Beine. Einfach alles scheint eine Gefahr zu sein.

Hinzu kommt die Panik vor Autofahrten. Sechs Monate lang fahren wir deshalb mit ihr zur Gassiwiese. Fünf Minuten täglich, die sich lohnen. Dazu private Hundetrainerstunden und der positive Einfluss von Snoop.

Denn der fürchtet sich vor rein gar nichts und weiß das Leben bei uns von Anfang an zu genießen. Er zeigt Emily, dass ein Klingeln an der Tür ein Grund zur Freude ist. Dass ihr niemand etwas Böses will. Dass es sich lohnt für ein Leckerli mal still zu sitzen. Und vor allem: Dass sie von uns allen geliebt wird, bedingungslos.

Und es wird besser…

Schritt für Schritt lernen wir aufeinander einzugehen. Emily beherrscht die wichtigsten Kommandos und wir lernen ihre besonderen Eigenschaften irgendwie zu schätzen. Manchmal ist „nicht perfekt“ für uns eben genau richtig. Mit den Jahren finden wir unsere gemeinsame Routine, alles ist gut.

Was ist aber, wenn plötzlich ein Baby einzieht?

Und dann werde ich schwanger. Anfangs noch komplett geblendet von der Vorfreude kommt mir später folgender Gedanke: Was ist, wenn Emily unser Baby nicht mag? Wenn sie unser Neugeborenes nicht akzeptiert, schlimmer noch: Aggressiv wird? Bei Snoop mache ich mir dagegen keinerlei Gedanken, denn dieser Hund liebt wirklich jeden!

Dennoch: In unserem Freundeskreis sind wir nunmal die ersten Eltern. Niemand sonst hat Babys. Unsere beiden Hunde kennen den Umgang mit Kindern überhaupt nicht. Weder Snoop noch Emily. Was ist also, wenn das „Projekt Familienzuwachs“ schief läuft?

Die überraschende Wende!

Leni zieht schließlich ein. Und unsere Hunde lieben sie seit der ersten Sekunde. Irgendwie spüren sie gleich, dass sie jetzt dazugehört. Dass sie eine von uns ist.

Vielmehr noch: Während Snoop manchmal ratlos und tollpatschig neben dem Gitterbett steht, wird ausgerechnet Emily zur leidenschaftlichen Ersatzmama.

Sobald Leni auf meinem Schoß weint, legt sie sich dazu und schubst tröstend ihre Füßchen.

Jeden Abend, wenn wir auf der Couch Gute-Nacht-Geschichten lesen, legt sie sich friedlich dazu.

Sie leistet unserer Tochter auf der Spieldecke Gesellschaft, wenn diese gerade mit ihren Bauklötzen spielt.

Und manchmal klaut sie nachts mein Kissen, um es neben Lenis Bett zu ziehen und ihr beim Schlafen Gesellschaft zu leisten.

Wenn ich unsere Hündin heute nach acht Jahren sehe, bin ich so unglaublich stolz auf sie. Aus dem einst so ängstlichen Hündchen ist eine sensible und treue Spielgefährtin geworden. Sie ist Lenis beste Freundin. Und wir lieben sie  – genau so wie sie ist.

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