Vom Loslassen.

Fast zwei Jahre ist es her, dass dieser Schnappschuss von uns gemacht wurde. Es ist eines der ersten Fotos von uns zu dritt. Leni ist auf diesem Bild kaum zwei Tage alt.

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Damals, als sie mir nach der Geburt auf die Brust gelegt wurde, veränderte sich meine Welt. Alles drehte sich nur noch um sie. Dieses hilflose kleine Bündel, das voll und ganz auf Mama und Papa angewiesen war, verdrehte mir voll und ganz den Kopf. 

Ich habe seither die Nächte mit ihr durchgemacht, sie etliche Mal auf meinem Arm getröstet, wenn der Bauch wieder wehtat. Ich teilte den Moment mit ihr, als sie mit Papa die ersten „Schwimmversuche“ im Babykurs wagte. Es gibt etliche solcher Meilensteine: Das erste Mal auf den Bauch drehen. Krabbeln. Der erste Urlaub. Das erste Wort.

Ich war dabei, als sie ihren ersten Brei probiert hat. Viel blieb damals noch nicht drin – aber schneller als wir gucken konnten, verputzte sie einen kompletten Joghurt ganz selbstständig mit ihrem Löffel in der Hand.

Als ihr erster Zahn kam, rief ich meinen Mann weinend an: „Wir werden nie wieder ihr zahnloses Lachen sehen!“ – Tja, seitdem ziert ein eingerahmtes Foto davon unsere Kommode.

Dann kamen die ersten Schritte, ganz ohne Hilfe. Was für ein wunderschönes Erlebnis. Unvergesslich! Und trotzdem: Obwohl mein Herz in solchen Augenblicken vor Stolz einen riesigen Sprung macht, trifft mich auch die Wehmut. Wo ist plötzlich mein kleines Baby geblieben?

Aber wenn ich ehrlich bin, werden die Lebensabschnitte mit jedem dieser Meilensteine auch deutlich entspannter. Es ist wirklich cool, wenn Leni nicht mehr rund um die Uhr hilflos auf uns angewiesen ist. Plötzlich isst sie alleine, zieht sich ihre Mütze selbstständig auf den Kopf, sagt uns mit klaren Worten, was sie möchte und baut auch mal ohne Mamas Hilfe einen Legoturm auf ihrer Spieldecke.

Und plötzlich, nach fast zwei Jahren, habe ich mal wieder eine Hand frei. Gelegentlich sogar beide. Wenn ich es mir genau überlege, ist Loslassen ein echt schönes Gefühl.

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2 Gedanken zu “Vom Loslassen.

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