Wunschgeschlecht: Mädchen oder Junge?

Ein Mädchen. Ein kleines „ich“ – mit ganz viel Papa. Als wir vor knapp zweieinhalb Jahren erfuhren, dass wir mit Leni eine Tochter bekommen, bin ich geplatzt vor Freude, während mein Mann nach dem entscheidenden Ultraschalltermin erstmal käsebleich wurde.

Papa und Tochter
Papa und Tochter

„Ich werde keine Nacht mehr ruhig schlafen können. Nie wieder in meinem ganzen Leben.“

Diesen Satz werde ich nie vergessen, denn er war alles andere, was ich in diesem Augenblick erwartet hatte – und gleichzeitig war die Reaktion so voller väterlicher Liebe, wie man es sich nur wünschen konnte.

„Jungs kriegen mal eins auf die Nase, die wächst schon irgendwie wieder zusammen. Um dein Mädchen machst du dir als Papa immer viel größere Sorgen. Immer.“

Ich muss noch immer schmunzeln, wenn ich daran zurückdenke, wie wir aus der Arztpraxis heraus den Berliner Ku’damm entlang spaziert sind und Filipe sich langsam mit seinem Schicksal als „Mädchenpapa“ anzufreunden versuchte. Denn irgendwie hatte er mit seiner Aussage Recht. Und aus dieser Perspektive hatte ich den Wunsch nach „Mädchen oder Junge?“ selbst noch nie betrachtet.

Rosarote Kleidchen, Zöpfe flechten und Puppenspiele mal beiseite. Bei Töchtern schwimmt immer eine andere Art Angst mit – besonders, wenn man mal die Zeit vorspult und an die Teenager-Phase denkt. Folgendes Szenario: Wen würdet ihr mit einem besseren Gefühl nachts im Dunkeln von einer Party nach Hause laufen lassen? Ein Mädchen oder einen Jungen?

Natürlich hängt das später alles auch vom Charakter, Freundeskreis und Co. ab. Es gibt da draußen schließlich jede Menge sportliche 15-jährige Mädels, die sich in einer kritischen Situation selbstbewusst wehren könnten. Genauso gibt es hilflose Teenie-Jungs, die bei jedem kleinsten Konflikt aufgeschmissen wären.

Wenn ihr aber mal euer Baby in der Wiege anschaut und an diese potenzielle Szene in der Zukunft denkt, dann macht ihr euch ehrlich gesagt im ersten Moment doch eher um das Mädchen Sorgen, oder?! Und jetzt stellt euch mal einen Papa-to-be vor, dessen Beschützerinstinkt seit der Schwangerschaft ohnehin voll geweckt ist.

Und jetzt? 100% Mädchenpapa!

Mittlerweile sind wir seit zwei Jahren Eltern einer Tochter. Ich liebe wirklich alles daran: Die liebevollen, chaotischen, lustigen, entspannten, nervenaufreibenden, ruhigen, abenteuerlichen und unvergesslichen Momente, die wir seitdem mit unserer Prinzessin erlebt haben – ich will sie alle nicht mehr missen!

Und Filipe? Der würde es sich nicht im Traum anders wünschen! Er ist so ein leidenschaftlicher Mädchenpapa, dass er am liebsten gleich noch eins hätte! Zwischen Leni und ihm existiert eine ganz einzigartige und wunderbare Bindung. Ich weiß, dass sie mich liebt, ich bin ihre Mama – aber in ihren Papa ist sie verliebt. Und wenn es nach ihm ginge, würde Baby Nr.2 wieder einen rosaroten Strampler tragen!

Ich dagegen hoffe diesmal eher auf #teamblau. „Mädchenmama“ kann ich, das habe ich die letzten zwei Jahre bewiesen. Jetzt nochmal die andere Seite der Mutterrolle kennenlernen zu dürfen, wäre für mich eine schöne Abwechslung.

Was wir uns für Baby Nr.2 wünschen

Aber natürlich ist das alles am Ende des Tages sowieso absolut nebensächlich und für unser Baby wünschen wir uns von Herzen nur eins: Dass es gesund und über beide Ohren glücklich ist!

 

 

 

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Ein Gedanke zu “Wunschgeschlecht: Mädchen oder Junge?

  1. So schön geschrieben ❤ Und ganz ähnlich bei uns.

    Ich war beim "Outing" von Nummer 1 froh über ein Mädchen, weil ich sofort dachte: "Puh! Das kann ich." Unsere Familie und der Freundeskreis ist einfach total mädelslastig. Beim Papa gab es auch erst große Freude, dann die innere Unruhe. 🙂 Nach fast fünf Jahren kristallisiert sich, dass meine Tochter und ich uns im Temperament und in der Willensstärke kaum etwas geben, was vergleichsweise häufig zu Krach führt. Und der Papa? Ja, es ist wie Du schreibst: Ich bin die Mama, aber die große Liebe ist einfach der Papa. Da komme ich nicht ran.

    Mein Ausgleich? Der zweite Nachwuchs. Ein Sohn, 26 Monate jünger als die Tochter. Er ist mit fast 3 noch immer sehr in mich verliebt – und Papa ist halt Papi. Und ja, ich freue mich über beide Seiten und bin mittlerweile total happy über mein gemischtes Doppel. Auch wenn der erste Gedanke damals beim Frauenarzt war: "Oh jeh! Da hab ich doch null Erfahrung. Wie wird das wohl werden." 😀 Aber man wächst ja zum Glück mit den Herausforderungen und ich mag es nicht mehr anders haben 😉

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