Angst vor der Geburt?

Schwangerschaftswoche 39 hat begonnen. Der errechnete Geburtstermin rückt also in sichtbare Nähe und mit ihm steigt nicht nur die Vorfreude auf das Baby, sondern auch der Respekt vor der bevorstehenden Geburt.

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Baby im Bauch: Der Endspurt …

Der ungeplante Kaiserschnitt

Einmal durfte ich diese Erfahrung bereits machen. Zehn Tage nach Termin wurde Lenis Geburt damals eingeleitet – eine wirklich schmerzhafte Prozedur. Die Wehen kamen zwar mit voller Wucht, der Muttermund reagierte aber kaum bis gar nicht auf die Medikamente.

Hinzu kam die Kopfarbeit: „Mein Kind will doch noch gar nicht auf die Welt. Ihm geht es gut. Wieso wird das hier so krampfhaft und schmerzhaft erzwungen?“, dachte ich. Das Frustlevel hatte bald seinen Höhepunkt erreicht – denn mit einer natürlichen Geburt hatte das Ganze von Anfang an rein gar nichts zu tun.

Letztendlich wurde es ein Kaiserschnitt. Ungeplant, aber nach zwei erfolglosen Tagen am Wehentropf empfand ich den Eingriff als absolute Erleichterung.

Ich konnte einen Tag später wieder kurze Strecken (WC, Wickeltisch) laufen, meine Narbe ist winzig und auch der Schmerz war eher vergleichbar mit einem heftigen Muskelkater – also alles wunderbar auszuhalten. Ich kann rückblickend sagen, ich hatte eine wirklich schöne Kaiserschnitterfahrung.

Umso mehr war mir danach aber klar: an diesen Wehentropf möchte ich nie wieder.

Selbstbestimmt in Runde zwei

Und damit wäre ich bei der wichtigsten Erkenntnis für die bevorstehende Geburtserfahrung mit dem #babyboy in meinem Bauch: Ich weiß diesmal genau, was ich will. Und ebenso weiß ich auch genau, was ich nicht will. Macht der kleine Mann sich bis zu einem bestimmten Tag aus eigener Kraft auf den Weg, bin ich bereit. Wenn nicht, möchte ich wieder einen Kaiserschnitt.

Bei der Geburtsplanung in der Klinik habe ich das klar kommuniziert, von meinen Erfahrungen berichtet und meine Ängste und Wünsche geäußert. Ich habe mich diesmal nicht verunsichern lassen und auf mein Bauchgefühl gehört. Denn ich weiß am Ende am besten, was ich mir zutrauen kann und möchte – und was nicht.

Ich fühlte mich ernst genommen und habe gemeinsam mit der Ärztin einen idealen Plan für den großen Tag ausgearbeitet, mit dem ich absolut im Reinen bin. Der ungemeine Respekt vor dem bevorstehenden Abenteuer bleibt trotzdem …

Der Kreißsaal ist kein Ponyhof

Insgesamt gehe ich diesmal nämlich auch viel realistischer an die Sache heran. Wie stressig die Abläufe im Kreißsaal einer Großstadt sind, konnte ich mir damals als Erstgebärende nicht ansatzweise vorstellen. Die Hebammen und Ärzte geben ihr Allerbestes, aber auf solch einer Station ist einfach unfassbar viel los und das Personal kommt teilweise kaum hinterher mit seiner Arbeit. Damals fühlte ich mich extrem alleingelassen mit den Schmerzen und der Ungewissheit in dieser Situation …

Jetzt wird das Bild von der liebevollen Geburtshelferin, die 20 Stunden lang mein Händchen hält und mir mutmachende Worte ins Ohr säuselt, ersetzt von der Erkenntnis, dass mir den Großteil der Arbeit keiner abnehmen kann. Die meiste Zeit werde ich mit meinem Mann alleine in diesem Zimmer sein und mich im Falle einer natürlichen Geburt durchboxen müssen. Ich bin diejenige, die dieses Kind zur Welt bringen wird.

Natürlich gäbe es noch die Optionen „Geburtshaus und Co.“, aber mir gibt die bestmögliche medizinische Versorgung an Ort und Stelle das größte Gefühl von Sicherheit für diesen Moment – und dafür bin ich auch bereit, an anderen Punkten, wie beispielsweise der Wandfarbe der Zimmerwände, der Menüauswahl auf Station oder dem Level an familiärer Betreuung einzubüßen. Es ist eben ein absolut individuelles Abwägen zahlreicher Möglichkeiten.

Die Frage nach der Angst

Ob ich Angst habe? Definitiv Respekt! Keine Geburt ist wie die andere und wirklich planen lässt sich dieser Tag ohnehin nicht.

Es hilft mir aber sehr, dass wir diese zweite Reise ins Elternglück gemeinsam als Paar so gut es geht vorbereiten konnten. Ganz realistisch und vor allem eins: selbstbestimmt.

 

 

 

 

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